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Iron spielt nicht nur als Feldwebelanwärter bei der 14. JgKp mit. Er arbeitet außerdem seit längerer Zeit an einem besonderen Projekt: Auf seinem Rechner entsteht eine Arma-3-Karte für ein deutsches Szenario. Im Interview berichtet Iron über Entstehungsgeschichte und Zukunftspläne seiner Karte „Highway 7“.

 Fasse doch mal bitte kurz die Entstehungsgeschichte der Karte zusammen.

 Iron: Vor eineinhalb Jahren habe ich meinen Internet-Provider gewechselt und war für drei Wochen ohne Internet. Da habe ich mir überlegt, was ich in der Zeit machen  könnte. Ich war schon damals begeistert von Mods und Karten für Arma 3 und wollte selbst anfangen, Spielinhalte zu erstellen. Da ich der Meinung bin, dass es viel zu  wenige deutsche Arma3-Karten gibt, war mir klar, dass daran jemand was ändern muss. Also habe ich mich hingesetzt und angefangen zu basteln, und seitdem sitze ich  daran.

 

Hattest du da schon Erfahrung mit dem Kartenbau?

Iron: Es gab ein Vorläuferprojekt namens „Highway“, das in Schweden spielen sollte. Da bin ich aber eine Fläche von 20 mal 20 Kilometern angegangen und habe nach ein paar Monaten gemerkt, dass ich mich mit der Größe total übernommen hatte. Die neue Karte ist nur zehn mal zehn Kilometer groß, in der Struktur aber ähnlich.

 

Wie muss man sich den Inhalt dieser zehn mal zehn Kilometer vorstellen?

Iron: Es ist eine teilweise reale Gegend. Die Karte ist in der Nähe von Hannover und Hildesheim angesiedelt; nicht weit von Celle entfernt, das wir alle von der populären Arma-2-Karte kennen. Daher kommt auch der Name „Highway 7“, weil die Autobahn 7 durch das Gelände verläuft. Allerdings ist die Karte nur teilweise real. Sie ist aus 42 Satellitenbildern zusammengeschnipselt. Ich habe also reale Grundlagen, aber die Gegend gibt es in Wirklichkeit nicht so, wie sie auf der Karte erscheint.

 

Wie gehst du im Detail beim Kartenbau vor?

Iron: Wichtig ist erst mal, dass man sich einen Plan macht. Das habe ich an meinem ersten Map-Versuch gemerkt. Man muss von Anfang an ziemlich genau wissen, was man insgesamt vorhat, und darf nicht einfach drauflos basteln. Danach habe ich angefangen die Satellitenkarte per Photoshop aus den einzelnen Bildern zusammenzubauen. Das wird dann später auch die Karte, die man als Spieler angezeigt bekommt. Für den Mapbauer hat das den Vorteil, dass mit der fertigen Satellitenkarte schon mal klar ist, wie alles insgesamt aussieht, wo welche Objekte hinkommen und welche Objekte ich brauche.

 

Aber die Grafik-Datei ist ja noch keine 3D-Umgebung, die man im Spiel betreten kann.

Iron: Richtig. Das Terrain habe ich selbst im Large 3D Terrain Generator gebaut, einem Programm, das speziell für die Gestaltung von Landschaftskarten für 3D-Spiele gedacht ist. Dort kann man zwar auch Dateien importieren, aber mir ist die Flexibilität wichtig. Deshalb habe ich alles neu gestaltet. Das wird dann im TerrainBuilder, dem speziellen Kartenbauprogramm für Arma 3 von Bohemia Interactive, mit der Satellitenkarte zusammengeführt.

 

Wie viel Arbeit macht diese Grundstruktur der Karte aus?

Iron: Das geht eigentlich schnell und ist so ziemlich der coolste Teil des Mappens. Man kann hier mal einen Hügel hochziehen, da mal einen etwas kleiner machen. Das funktioniert mit den Programm sehr gut, hat vielleicht drei Stunden gedauert und macht viel Spaß.

 

Woher kommt dann die lange bisherige Arbeitszeit?

Iron: Das sind die Kleinteile auf der Karte. Nach der reinen Höhenstruktur der Karte kamen bei mir die Wälder und insgesamt die Vegetation. Das ist für Arma auch noch relativ angenehm und schnell zu machen. Etwas Zeit hat es gekostet, die mitteleuropäischen Bäume und sonstige Vegetation aus Arma 2 in die neue Spielversion zu porten. Schwierig wird es bei allen Dingen, die menschengemacht sind, also zum Beispiel Häuser, Verkehrsschilder oder Leitpfosten. Wenn man da etwas mit griechischem Hintergrund machen will, liefert Arma 3 eine Menge mit, aber spezifisch deutsche Dinge gibt es nicht. Die musste ich alle erstellen.

 

Du hast dir also erst mal eine Art Modellbaukasten zusammengestellt?

Iron: Ganz so war es nicht. Ich habe schon sehr früh angefangen, passende Objekte auf die Karte zu stellen. Dabei merkt man dann, dass ein bestimmter Gegenstand oder ein Gebäude fehlt, baut das dann zusammen, stellt es auf die Karte und macht weiter, bis man den nächsten fehlenden Gegenstand bemerkt. Oder es kommt auch vor, dass ich auf der Karte unterwegs bin und merke, dass irgendwo noch etwas gut hinpasst, zum Beispiel ein Briefkasten. Dann muss ich halt als nächstes Projekt einen deutschen Briefkasten erstellen.

 

Wie lange braucht man denn, um beispielsweise ein Einfamilienhaus zu modellieren?

Iron: Bei den Häusern hatte ich das Glück, dass ich von Mondkalb, der inzwischen ja Mitarbeiter von Bohemia Interactive ist, dessen MBG-Buildings3 für Arma 2 bekommen habe und sie porten durfte. Weil ich mich mit Modelling für Arma 3 absolut nicht auskannte, hat alleine das rund 150 Stunden für die 14 oder 15 Häuser gedauert. Ich selbst habe angefangen eine Sparkasse zu bauen. Da stecken bisher rund 15 Stunden drin, und das Gebäude ist noch weit von der Fertigstellung entfernt. Das ist allerdings auch ein sehr großes Haus.

 

Wie weit ist der Gesamtstand des Projekts?

Iron: Bisher habe ich für drei Ortschaften komplett die Häuser platziert, übrigens allesamt betretbar. Das sind rund 100 Gebäude, und es kommt noch das Fünf- bis Sechsfache dazu. Es ist also noch längst nicht alles fertig. Insgesamt hat das Projekt bis jetzt rund 1500 Arbeitsstunden gebraucht. Da stecken alleine rund 200 Stunden Bugfixes drin, zum Teil durch das neue Eden-Update für Arma 3, nach dem einige Dinge nicht mehr so funktionierten wie vorher. Aber jetzt muss ich mich hauptsächlich auf das Platzieren von Objekten und dem Hinzufügen von Details konzentrieren. Dafür nutze ich Silolas tolles Tool XCam, das einem die Arbeit um Einiges erleichtert.

 

Wie lange wird es bis zur Veröffentlichung dauern?

Iron: Als ich damals vor eineinhalb Jahren angefangen habe, war mein Plan drei Monate. Nach schnellen Fortschritten am Anfang kommen dann die Details, die sich ziehen, und ich bin niemand, der mit halbfertigen Sachen zufrieden ist. Das wird sich sicher noch eine ganze Weile ziehen. Aber das hängt auch davon ab, wie sehr mir mein Beruf Zeit lässt. Außerdem gibt es manchmal einzelne Aufgaben, die viel länger dauern als vorher geplant.

 

Zum Beispiel?

Iron: Vor zwei Wochen hatte ich da eine Kreuzung, war aber der Meinung, dass da ein Kreisverkehr hin musste. Also musste ich erst mal einen Kreisverkehr bauen, komplett mit allen Details und Schildern, und da hänge ich derzeit immer noch dran.

 

Wie motivierst du dich, immer weiterzumachen, auch wenn es so lange dauert?

Iron: Erst mal macht das Modden für Arma viel Spaß. Da kann ich jedem nur raten, es mal zu probieren; egal ob das nun Kartenbau ist, Fahrzeuge erstellen, Retexturierung oder andere Dinge. Es ist zwar ein Mega-Zeitaufwand, aber am Ende lohnt es sich. Manchmal ist man etwas genervt, aber dann gibt es wieder kleine Teilerfolge, die das Weitermachen erleichtern. Man muss aber schon sehr gut sein in der Selbstmotivation.

 

Wenn „Highway 7“ irgendwann mal fertig ist, wirst du dann die Karte und die Objekte der Arma-Community zur Verfügung stellen?

Iron: Auf jeden Fall. Es ist ja dafür gedacht, dass die deutschsprachige Community mehr auf heimischen Grund spielen kann.

 

Für welche Einsatzszenarien ist die Karte gedacht?

Iron: Irgendwelche Miliz-Szenarien sind mit einem deutschen Hintergrund natürlich schwierig. Aber die Karte ist ideal für Panzerkämpfe, weil sie große, offene Flächen bietet und dazu dichten Wald. Dadurch ist auch für Jäger und Panzergrenadiere eine Menge dabei. Auf „Highway 7“ wird praktisch für jeden was dabei sein.

Du interessierst dich jetzt auch für die Maperstellung in Arma? Du möchtest Iron helfen und selbst lernen wie man Maps und Mods für Arma macht? Du hast aber keine Kenntnisse über TerrainBuilder, Photoshop oder Configs? Kein Problem! Mittlerweile kannst du Iron sogar via 3DEN-Editor unterstützen und deine eigenen Ideen in das Projekt einbringen. Du hast Interesse? Dann schreib kurz eine Mail an Iron unter info@ir0n.de.

 

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